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Kyphose

Was ist Kyphose?

Wenn ein Mensch eine so genannte konvexe Krümmung in Höhe der Brustwirbelsäule hat, spricht man von einer Kyphose, umgangssprachlich besser bekannt als Buckel. Die Kyphose ist eine Form der Skoliose (anomale Krümmung der Wirbelsäule).

Je nach individuellen anatomischen Eigenheiten kann eine Kyphose mehr oder weniger ausgeprägt sein. Ist eine Kyphose sehr ausgeprägt, wird sie auch als Hyperkyphose bezeichnet. Krümmt sich die Wirbelsäule im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule in die andere Richtung, also nach vorne, spricht man übrigens von einer Lordose oder Hyperlordose, besser bekannt als Hohlkreuz.

Wie entsteht eine Kyphose?

Eine Kyphose kann verschiedene Ursachen haben. Im Laufe der Evolution hat sich der Mensch zu einem Lebewesen entwickelt, das aufrecht auf zwei Beinen geht. Unsere gesamte Anatomie und unser Bewegungsapparat haben sich über Tausende von Jahren darauf eingestellt. Durch technologischen Fortschritt jedoch (insbesondere in Industrienationen) bewegen Menschen sich zu wenig oder falsch, obendrein sitzen sie zu viel, wodurch es vielen schwer fällt, eine natürliche – aufrechte! – Körperhaltung beizubehalten. Auf Dauer kann dies zum Verschleiß der Bandscheiben und damit zur Bildung einer Kyphose führen.

Bei älteren Menschen kann auch eine Osteoporose Ursache für eine Kyphose sein. In dem Fall sacken die porösen Wirbelkörper mehr oder minder zusammen (man spricht auch von Sinterungsbrüchen), wodurch sich die Kyphose bilden kann. Ist eine Kyphose angeboren, macht sich die Krankheit schon in frühester Kindheit bemerkbar.

Was für Kyphosen gibt es?

Man unterscheidet verschiedene Arten der Kyphose. Die häufigste Form ist die posturale Kyphose, indem eine fehlerhafte Körperhaltung (oder wie erwähnt die Osteoporose) zu einer Verkrümmung des Rückens führt. Es gibt aber auch die angeborene Kyphose, bei der die Wirbelsäule bereits vor der Geburt im Mutterleib fehlgebildet wird oder die Kyphose, die in früher Kindheit in Folge von Mangelernährung entsteht. Des Weiteren können Krankheiten wie Morbus Scheuermann (Scheuermann-Kyphose) oder Morbus Bechterew zu einer Kyphose führen.

Wie behandelt man Kyphose?

Je nach Ursache für die Kyphose und nach Ausprägung der Verkrümmung gibt es unterschiedliche Ansätze für die Therapie. Um eine Wirbelsäule zu entlasten und zu stabilisieren, kann der Betroffene ein individuell angefertigtes Korsett (auch Orthese genannt) tragen. In schweren Fällen wird operiert, um mit einem chirurgischen Eingriff die Wirbelsäule zu stabilisieren. Nicht zuletzt – und in eigentlich allen Fällen – ist Physiotherapie angebracht, da man mit speziellen gymnastischen Übungen, die Rückenmuskulatur sehr gut stärken und Schmerzen mindern kann.

Kann man eine Kyphose vorbeugen?

Zu langes Stehen, eine falsche Sitzhaltung zum Beispiel bei Computerarbeiten und mangelnde Bewegung können auf Dauer einen Rundrücken zur Folge haben oder diesen verschlimmern. Deshalb ist es wichtig, schon frühzeitig auf eine korrekte, gerade Körperhaltung zu achten. Regelmäßig Sport und Rückengymnastik trainieren die Rückenmuskulatur. Auch ergonomische Bürostühle, die schon im Sitzen für natürliche Bewegung sorgen wie 3Dee oder swopper von aeris, können hier unterstützend genutzt werden.