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Swopper als Vollzeitstuhl bei Bandscheibenvorfall


Autor Nachricht
Verfasst am: 16. 05. 2006 [10:33]
Anonymous
Themenersteller
Dabei seit: 15.05.2003
Beiträge: 501
Hallo,

benutze seit ca. 2 Monaten einen Swopper. War anfangs etwas anstrengend, habe mich inzwischen daran gewöhnt und bin eigentlich sehr zufrieden. Ich habe im Internet auf einer Informationsseite für ergonomische Arbeitsplatzgestaltung zwei Empfehlungen gefunden, die mich etwas nachdenklich machten.

Empfehlung 1:
„Häufig wird eine Sitzzeit von eins bis drei Stunden am Tag von den Anbietern empfohlen.“

Ich benutze den Swopper als Vollzeitbürostuhl, täglich 8 Stunden. Wieso wird hier von längeren Benutzungszeiten abgeraten?

Empfehlung 2:
„Bei krankhaften Veränderungen der Wirbelsäule sollte man den Swopper eher meiden.“

Ich habe seit 3 Monaten einen leichten Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule. Bedeutet das, dass man in diesem Fall den Swopper nicht benutzen sollte?

Wie sind diese Empfehlungen zu deuten?

Es wird auch auf das Fehlen einer Rückenlehne hingewiesen, die zum Entlasten der Wirbelsäule dient.


Danke und Grüße Klaus
Verfasst am: 17. 05. 2006 [09:29]
skrietemeyer
Dabei seit: 15.05.2003
Beiträge: 682
Hallo, Klaus!

Freut mich, dass Sie "eigentlich sehr zufrieden" mit dem "swopper" sind. Ich werde auf alle Ihre Fragen eingehen, aber am Ende wird stehen: Ihr Gefühl entscheidet. Ihr Körper sagt Ihnen, was ihm gut tut. Ansonsten rührt er sich schon. Schließlich hat er das bei Ihnen ja auch schon getan. Wer weiß, wie oft Sie vor Ihrem Bandscheibenfvorfall schon Rückenbeschwerden, Verspannungen o.ä, gehabt haben, die Sie aber vielleicht ignorierten? Mit dem Bandscheibenvorfall hat Ihr Körper dann ein Machtwort gesprochen und Ihnen gesagt, dass er so wie bisher nicht mehr sitzen möchte... Sie haben reagiert und fühlen sich im Moment gut. Dann haben Sie alles richtig gemacht. Hören Sie deshalb weiter auf ihn und wenn Sie sich gut fühlen, ist auch alles in Ordnung.

Was die Empfehlung mit der eingeschränkten Sitzzeit betrifft: Erstens ist hier der Plural (Anbietern) etwas irritierend, weil es nur einen einzigen Hersteller des "swoppers" gibt und das ist die Firma aeris-Impulsmöbel. Wir empfehlen den ungeübten "swopper"-Nutzern zur Sicherheit in den ersten 14 Tagen nur zu einer stundenweisen Nutzung, damit sich die untrainierte Muskulatur besser auf die neue Anforderung einstellen kann. Danach kann der "swopper" problemlos als Vollzeitsitz genutzt werden. Sollte er sogar. Denn je länger Sie bewegt sitzen, umso besser für Ihren Rücken und Ihr Wohlbefinden. Wer den "swopper" nur stundenweise einsetzen möchte und zwischen ihm und einem herkömmlichen Sitzmöbel wechselt oder hier diesen und dort jenen benutzt: auch okay. Jede Minute weniger starr gesessen zählt!
Um das noch einmal ganz klar zu sagen: WIR raten nicht von längeren Benutzungszeiten ab. WIR empfehlen den "swopper" als Dauersitz bzw. solange, wie Sie sich wohl darauf fühlen. Und wenn das den ganzen Tag ist, wundert's uns nicht!
Bei diesen Empfehlungen muss man übrigens immer auch ganz genau schauen, woher sie kommen! Leider vertreten auch immer noch Orthopäden der älteren Schule die Meinung, es gäbe DIE richtige Sitzhaltung, die es gilt, zu erreichen und zu halten...

"Bei krankhaften Veränderungen der Wirbelsäule sollte man den "swopper" eher meiden". Dazu hole ich gern noch mal gezielt eine Antwort von Herrn Glöckl, dem Erfinder des "swoppers" ein, der in ständigem, engen Kontakt mit Orthopäden, Sportmedizinern, Therapeuten und diversen Rückenspezialisten steht. Ich kann als medizinischer Laie nicht ausschließen, dass es die ein oder andere Indikation gibt, bei der bewegtes Sitzen nicht zuträglich ist. Das muss in jedem Einzelfall der Arzt entscheiden - oder Ihr subjektives Empfinden. Generell kann man das sicher nicht sagen, denn generell ist mehr Bewegung immer besser als weniger. Und die Erfahrungen zeigen auch, dass gerade Menschen, die es wegen eines Bandscheibenvorfalls kaum noch auf herkömmlichen Stühlen aushalten, auf dem "swopper" endlich wieder sitzen können.
In Ihrem Fall würde ich sagen: wenn Sie sich wohl fühlen, ist alles okay. Wenn Sie sich absichern möchten, fragen Sie Ihren Arzt. Wichtig wäre natürlich, dass der Arzt den "swopper" aus eigenem Erleben kennt und ihn in seiner Wirkungsweise kompetent beurteilen kann!

Zum Thema Rückenlehne:
Eigentlich braucht man auf dem "swopper" in der Regel keine Lehne - eben weil man ja bewegt sitzt und die Muskulatur nicht verspannt, also auch keine Entspannung an einer Lehne braucht. Bei herkömmlichen starren Stühlen ist das anders! Und - wie auch schon öfter im Forum bei ähnlichen Fragen ausgeführt - eine frei schwingende Wirbelsäule braucht keine Entlastung. Auch bei mehrstündigen Wanderungen ruft niemand nach einer Lehne für die Wirbelsäule.
Sie können aber sehr wohl auch einen "swopper" mit Lehne haben! Zum Anlehnen bei Bedarf. Weil Sie es gewohnt sind, sich ab und zu anlehnen zu können, weil Sie vielleicht mal länger zuhören müssen oder einfach, um eine zusätzliche Sitzposition einnehmen zu können. Zwei Modelle stehen zur Wahl und sind jederzeit nachrüstbar.

Sollte ich Ihnen eine Antwort schuldig geblieben sein oder wenn neue Fragen aufgetaucht sind: Bitte rühren Sie sich einfach wieder!


Mit freundlichen Grüßen
Sabine Krietemeyer
Verfasst am: 19. 05. 2006 [10:03]
Anonymous
Themenersteller
Dabei seit: 15.05.2003
Beiträge: 501
vielen Dank für die ausführlichen Antworten.
Wie gesagt, ich bin eigentlich mit dem Swopper sehr zufrieden. Ein großes Plus besitzt der Swopper darin, das man doch zu einer aufrechten Sitzhaltung „gezwungen“ wird, und dadurch mit der Zeit lernt, gesünder zu sitzen. Ich habe festgestellt, dass ich mittlerweile auch auf normalen Stühlen aufrechter sitze.

Längeres Sitzen bereitet mir seit dem Bandscheibenvorfall an der HWS generell etwas Probleme und zwar auf allen Stühlen, auch auf dem Swopper. Kleinere Pausen sowie Lockerungs- und Dehnungübungen zwischendurch sind bei Büro- und Computerarbeit mittlerweile Standard, auch bei sehr guten Stühlen bzw. Wirbelsäulenstühlen.
Ich muss auch beim Arbeiten am Computer immer wieder darauf achten, dass man sogenannte Zwangshaltungen vermeidet. Passiert meistens, wenn man längere Zeit angestrengt den Monitor fixiert. Verkrampfungen und Verspannungen im Hals- und Nackenbereich sind meistens die Folge. Dies kann auch ein Swopper nicht verhindern.

Nochmals vielen Dank und freundliche Grüße

Klaus