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Arbeitgeber überzeugen


Autor Nachricht
Verfasst am: 13. 09. 2006 [14:36]
smile
Themenersteller
Dabei seit: 13.09.2006
Beiträge: 3
Hallo,

ich habe mich vor ein paar Wochen in einem Geschäft auf den Swopper gesetzt und seit dem geht er mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich habe dauernd Probleme im unteren Rückenbereich und könnte mir vorstellen, dass der Swopper da hilfreich wäre.
Allerdings verbringe ich mindestens 50 Stunden in der Woche im Büro und bin höchst selten zu Hause. Also würde mir der Swopper höchstens auf der Arbeit nutzen. Mit welchen Argumenten kann ich meinen Arbeitgeber überzeugen? Gibt es ein paar Tipps? Vorweggesagt: Wir sind Hersteller von höhenverstellbaren Schreibtischen, aber den Mitarbeitern werden nur normale Schreibtische zur Verfügung gestellt. Es ist also nicht so einfach. Es geht mir auch nicht um das Finanzielle, da würde ich auch selbst in die Tasche greifen, schließlich ist es ja mein Rücken.
Gibt es da Erfahrungen, wie man den Arbeitgeber überzeugen kann?

Gruß Sarah
Verfasst am: 15. 09. 2006 [16:07]
skrietemeyer
Dabei seit: 15.05.2003
Beiträge: 682
Hallo, Sarah!

Die Voraussetzungen - Hersteller von höhenverstellbaren Schreibtischen lässt Mitarbeiter an ungesünderen Schreibtischen arbeiten - hören sich wirklich nicht rosig an...

Tatsächlich aber ist es so, dass am Ende das Unternehmen dafür verantwortlich ist zu prüfen und zu bewerten, welche Arbeitsmittel es seinen Mitarbeitern zu Verfügung stellt. Es gilt: Die Verantwortung für die Gestaltung und Einrichtung der Arbeitsplätze übernimmt der Betrieb. Ihr Arbeitgeber könnte Ihnen deshalb die Benutzung eines eigenen Stuhles in der Tat verweigern.

ABER:
Aus welchem Grund sollte er das tun?
Wir kennen keinen Arbeitgeber, der seinen Mitarbeitern untersagt hätte, einen "swopper" am Arbeitsplatz zu verwenden, wenn dies die gesundheitliche Situation des Mitarbeiters positiv beeinflusst. Wenn Sie
Ihren Arbeitgeber deshalb darauf ansprechen und ihm sagen, dass Sie gerne das Sitzen auf dem "swopper" am Arbeitsplatz ausprobieren möchten, da Sie davon überzeugt sind, dass dadurch Ihre Rückenschmerzen gelindert werden, wird er Ihnen diese Bitte kaum abschlagen. Das würde ja schließlich bedeuten, dass er die Verantwortung dafür übernimmt, dass Sie sich krank sitzen, Schmerzen haben und am Ende krankheitsbedingt ausfallen! Immerhin sind Rückenprobleme für die meisten Arbeitsausfalltage verantwortlich!

Jeder Arbeitgeber ist normalerweise an der Gesundheit und dem Wohlbefinden seiner Mitarbeiter interessiert. Das trifft mit Sicherheit auch
für Ihren Arbeitgeber zu. Denn wenn der Arbeitgeber entscheiden muss, was für ihn vorteilhafter ist: ein motivierter und gesunder Mitarbeiter, oder ein
Mitarbeiter, der wegen Rückenschmerzen 4 Wochen auf Kur gehen muss, wird er sich vernünftigerweise immer für das Erstere entscheiden.
Es gibt sogar Berechnungen, dass die Anschaffung eines "swoppers" sich für ein Unternehmen schon durch nur einen einzigen eingesparten Krankheitstag amortisiert!

Was ich als positive Voraussetzungen in Ihrem Fall sehe: Sie können den "swopper" ja kostenlos und unverbindlich testen und würden ihn nicht aufs Geradewohl einsetzen, sondern nur, wenn Sie während der Testphase einen positiven Effekt für sich spüren. Da Sie ja auch noch bereit sind, die Anschaffung des "swoppers" als Investition in Ihre Gesundheit zu sehen und ihn selbst finanzieren würden, entstehen für Ihren Arbeitgeber keinerlei Kosten - er spart sogar die Abnutzung seines Mobiliars! Während andere Unternehmen sich sonstwas einfallen lassen, um die negativen Folgen des langen starren Sitzens auszugleichen - Gutscheine für Fitnessstudios, Massagen am Arbeitsplatz, Sporträume für die Belegschaft etc.- könnte Ihr Arbeitgeber sehr stolz auf seine Mitarbeiterin sein, die so eigenverantwortlich und initiativ selbst für sich sorgt und ihn damit direkt entlastet!

Gern lasse ich Ihnen auch spezifische Unterlagen über den Einsatz des "swoppers" im Büro zukommen, falls Ihr Arbeitgeber überhaupt bereit ist, sich mit dem Thema auseinander zu setzen.

Ich drücke Ihnen die Daumen für ein verständnissvolles Gespräch und dann für eine hoffentlich begeisternde Test-Swop-Phase!

Mit freundlichen Grüßen
Sabine Krietemeyer
Verfasst am: 18. 09. 2006 [08:42]
smile
Themenersteller
Dabei seit: 13.09.2006
Beiträge: 3
Hallo Frau Krietemeyer!

Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Sie schrieben: „Gern lasse ich Ihnen auch spezifische Unterlagen über den Einsatz des "swoppers" im Büro zukommen, falls Ihr Arbeitgeber überhaupt bereit ist, sich mit dem Thema auseinander zu setzen.“
Ich würde gerne auf das Angebot zurückkommen. Denn unser Personalchef ist sicherlich begeistert von der Idee, aber auch er muss es bei der Geschäftsführung durchsetzten. Und da wären möglichst viele einschlagende Argumente sicherlich hilfreich. Könnten Sie mir die Unterlagen per e-mail zukommen lassen? Sarah-Sylvia.Symalla(at)rk-online[dot]de
Vielen Dank im Vorraus.

MfG
Sarah Symalla
Verfasst am: 18. 09. 2006 [11:54]
skrietemeyer
Dabei seit: 15.05.2003
Beiträge: 682
Sehr geehrte Frau Symalla,

ich habe Ihnen bereits per Mail geantwortet und hoffe, Sie dürfen bald an Ihrem Arbeitsplatz swoppen!

Mit freundlichen Grüßen,
Sabine Krietemeyer
Verfasst am: 07. 02. 2007 [12:36]
smile
Themenersteller
Dabei seit: 13.09.2006
Beiträge: 3
Hallo Frau Krietemeyer,

ich sitze mittlerweile seit Anfang Dezember auf einem Swopper im Büro. Finanziert habe ich ihn allerdings selber. Laut meinem Arbeitgeber musste ich erstmal einen Antrag beim Rentenversicherungsträger stellen. Dieser hat mich dann zum Arbeitsamt verwiesen. Mit denen habe ich mich wochenlang rumgeschlagen, Antrag hier, neuen Antrag dort, medizinische Untersuchung und so ein Schnickschnack. Habe dann irgendwann aufgegeben, weil es mir einfach zu blöd war. Schließlich kostet mich das alles Arbeitszeit, die ich dann wieder aufholen muss. Ich kann nur hoffen, dass ich niemals arbeitslos werde. In diesem Amt kann man echt nur die Krise kriegen!
Nichts desto trotz, der Swopper ist wirklich super. Meine Rückenschmerzen sind weg und das viele Geld war gut investiert.

Viele Grüße

Sarah Symalla
Verfasst am: 07. 02. 2007 [14:10]
skrietemeyer
Dabei seit: 15.05.2003
Beiträge: 682
Liebe Frau Symalla,

ich freue mich sehr, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, uns hier im Forum den Ausgang der Geschichte mitzuteilen. Ich kann Sie gut verstehen, dass es Ihnen irgendwann zu viel wurde - vor allem, bei dem leider immer ungewissen Ausgang!
Freuen tut mich natürlich ganz besonders, dass die Geschichte, was Ihren Rücken angeht, ein happy end hat! Dafür lohnt sich am Ende alles! Und Sie können sicher sein: Geschichten, wie die Ihre, können nur dazu beitragen, anderen den Weg zu ebnen. Wir tun dafür, was wir können. Ihren Beitrag sehe ich als Mosaiksteinchen auf dem Weg dahin. Vielen Dank und alles Gute!

Mit freundlichen Grüßen
Sabine Krietemeyer