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Ergonomischer Arbeitsplatz

Ein ergonomischer Arbeitsplatz ist so gestaltet, dass der Benutzer sich wohl fühlt, gesund bleibt und gute Leistungen erbringen kann. Das Wort Ergonomie kommt aus dem Griechischen und bezeichnet die Wissenschaft von der Optimierung der Arbeitsbedingungen (mit dem Ziel der Vermeidung gesundheitlicher Schäden und dem Erhalt der vollen Leistungskraft). Im Arbeitsschutzgesetz und in der Bildschirmarbeitsverordnung (Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit an Bildschirmgeräten) sind die gesetzlichen Vorgaben für einen ergonomischen Arbeitsplatz festgelegt.

Der ergonomische Arbeitsplatz als Teil des Betrieblichen Gesundheitsmanagements

Ein ergonomischer Arbeitsplatz schafft gute Arbeitsbedingungen, erhöht die Lebensqualität des Beschäftigten am Arbeitsplatz und stärkt gleichzeitig dessen Gesundheit und Motivation. Er ist damit ein zentrales Element im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM), das  sich systematisch um die Gesundheitsförderung der Arbeitnehmer zur Mobilisierung und Aufrechterhaltung des Leistungspotenzials kümmert. Investitionen in einen ergonomischen Arbeitsplatz rechnen sich für die Unternehmen im Mittel mit einem Return on Investment (ROI) von 1:4.

Ergonomischer Arbeitsplatz
Bildrechte: aeris GmbH

Anforderungen an einen ergonomischen Arbeitsplatz

Bei der Gestaltung eines ergonomischen Arbeitsplatzes spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle. U.a.: Schreibtisch und Platzbedarf, Anordnung der Arbeitsmittel, Sehabstand, Greif- und Bewegungsraum, Blendschutz, Beleuchtung, Lärm, Raumklima, die Möglichkeit, die Arbeitshaltung zu wechseln (Steh-Sitz-Arbeitsplatz) und gesund zu sitzen. Gesetze und Verordnungen können viel für einen ergonomischen Arbeitsplatz regeln - jeder Benutzer ist aber auch selbst dafür verantwortlich, wie gesund er sich verhält. Traditionell wurde versucht, die Arbeitsplatzergonomie eher metrisch zu fassen: durch in Normen festgelegte, detailliert vorgeschriebene Abstände, Sitzhöhen, Tischtiefen, Greifräume etc. Moderne Anforderungen an einen ergonomischen Arbeitsplatz orientieren sich eher an den individuellen Bedürfnissen des Menschen, insbesondere an seinem Bewegungsbedürfnis.

Zentrales Element des ergonomischen Arbeitsplatzes: Schreibtisch und Bürostuhl.

Büroarbeit ist in der Regel Schreibtischarbeit. Investitionen in die Tisch/Stuhl-Kombination sind daher besonders effektvoll. Neueste Erkenntnisse der Arbeitsmedizin über die Bedeutung von Bewegung im Alltag und am Arbeitsplatz legen den Fokus bei Neu- oder Ersatzanschaffungen auf Systeme, die zu möglichst häufigen Haltungswechseln einladen, sie zulassen oder sogar fördern. Ein ergonomischer Arbeitsplatz von heute setzt auf Bewegung.

Ein ergonomischer Arbeitsplatz bewegt.

Ein ergonomischer Arbeitsplatz von heute macht Arbeiten sowohl im Sitzen wie auch im Stehen möglich. Bewährt haben sich Schreibtische mit Sitz/Stehfunktion und passende Aktiv-Bürostühle und Stehsitze. Als Faustregel gilt: Ein Drittel Stehen und zwei Drittel Sitzen steigern nachweislich die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. 

Einzelnachweise

  1. Active Office: Warum Büros uns krank machen und was dagegen zu tun ist, Josef Glöckl und Dieter Breithecker, Springer Gabler Verlag, 2014